Wie ich meinen ersten Igel gesehen habe 🦔

Ich erinnere mich nicht mehr an all die Rastplätze, an denen wir auf unserer langen Reise nach Deutschland übernachtet haben. Auch nicht daran, wie wir es geschafft haben, in einem viel zu kleinen Auto mit viel zu vielen Menschen Platz zu finden. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht einmal mehr, wie lange es gedauert hat, bis wir endlich in Deutschland ankamen. Aber ich erinnere mich an unser erstes Zuhause dort. Es war ein Wohnhaus, in dem mehrere Familien lebten, mitten in einer Gebirgsgegend, direkt am Rand eines Waldes. Es fühlte sich ein bisschen an wie ein Abenteuer. Eines Abends kamen meine Eltern von einem Spaziergang zurück – mit einer seltsamen Tüte in der Hand. Sie wirkte schwer, und was mich noch neugieriger machte: Sie war voller kleiner Löcher. Aus diesen ragten winzige Stacheln heraus. Stacheln!? Ich war fasziniert. Dann, mit einer fast feierlichen Geste, schüttelten meine Eltern den Inhalt der Tüte auf den Boden. Und da lag sie: eine kleine, stachelige Kugel, die sich nicht bewegte. Wir hockten uns vorsichtig drumherum und warteten. Meine Eltern sagten uns, wir sollten geduldig sein. Und tatsächlich – nach einer Weile regte sich etwas. Ganz langsam entfaltete sich die Kugel, kleine Beinchen kamen zum Vorschein, dann ein neugieriges, spitzes Näschen. Ein Igel! Mein erster Igel! Ich war hin und weg. Noch nie hatte ich so ein Tier aus der Nähe gesehen. Wir bestaunten ihn für ein paar Minuten, bevor meine Eltern ihn wieder in den Wald brachten. Es war nur ein kurzer Moment – aber einer, den ich nie vergessen werde.