Als ich einmal im Zimmer meiner Eltern schlafen durfte ✨

Wir haben in Deutschland an mehreren Orten gewohnt, doch eines der Dinge, die mir am letzten Ort besonders ans Herz gewachsen sind, war das Zimmer meiner Eltern. Es war kein großes oder luxuriöses Zimmer – ganz im Gegenteil. Es war klein, schlicht, gemütlich. Anstelle eines richtigen Bettes lagen zwei Matratzen direkt auf dem Boden – eine auf der linken und eine auf der rechten Seite des Raumes. Was mich jedoch am meisten faszinierte, war das Licht. Im Sommer blieb es dort so lange hell, dass es fast unwirklich erschien. Mein Bruder sagte öfters, wie kann ich schlafen gehen, wenn es draußen noch hell ist. Eines Abends – es muss schon nach neun gewesen sein – durfte ich im Zimmer meiner Eltern schlafen. Ich lag auf einer der Matratzen, mein Kopf auf dem Kissen, und mein Blick wanderte nach oben, durch das Dachfenster hinaus in den Himmel. Draußen war es noch immer hell, als würde der Tag sich weigern, zu Ende zu gehen. Der Himmel leuchtete in sanften Farben, nur ein paar vereinzelte Wolken schwebten darüber, und irgendwo in der Ferne konnte man noch Vögel zwitschern hören. Ich lag einfach da, schaute hinaus und ließ diesen Moment auf mich wirken. Es war einer dieser Augenblicke, in denen die Zeit stillzustehen scheint – ein Moment, den man sich bewahren möchte, weil er sich so friedlich, so perfekt anfühlt.